Franziska Preuß & Simon Schempp: Getrennt — aber nicht, wie du denkst
- May 01, 2026
- by
- Karl Hoffmann
Sie schlafen in getrennten Zimmern, meiden körperliche Nähe, halten Abstand wie Fremde — und gewinnen damit den Gesamtweltcup. Was hinter der Suchanfrage “Franziska Preuß Simon Schempp getrennt” wirklich steckt, ist keine Trennungsgeschichte, sondern eine der ungewöhnlichsten Liebesgeschichten im deutschen Spitzensport.
Manchmal verrät ein einziger Satz mehr über eine Beziehung als jedes Hochzeitsfoto. “Bei Simon im Arm habe ich wirklich geflennt”, sagte Franziska Preuß im Frühjahr 2025, kurz nachdem sie in Oslo als Gesamtweltcupsiegerin ins Ziel gelaufen war — und damit als erst sechste Deutsche überhaupt den bedeutendsten Einzelpreis im Biathlon geholt hatte. Dass ausgerechnet dieser Moment des Aufbrechens mit ihrem Freund Simon Schempp zusammenfiel, ist kein Zufall. Und dass gleichzeitig Hunderttausende im Netz nach “Franziska Preuß Simon Schempp getrennt” suchten, erzählt viel darüber, wie wenig wir über diese Beziehung wirklich wissen — und wie viel wir falsch verstanden haben.
Die Trennung, nach der so viele suchen, gibt es. Nur bedeutet sie nicht das, was die meisten vermuten.
Das Kloster-Modell: Wenn Distanz zur Strategie wird
Es gibt einen Moment in der Saison von Franziska Preuß, den Simon Schempp in einem Podcast beschrieb und der seitdem wie eine Schlagzeile durch das Netz geistert: “Getrennte Betten, getrennte Bäder.” Was wie eine Trennungsankündigung klingt, ist in Wirklichkeit das Kernelement einer gemeinsam entwickelten Hochleistungsstrategie. Während der Wettkampfphase lebt das Paar zeitweise wie Schempp selbst sagte — “wie im Kloster.” Kein Küssen, kein gemeinsames Schlafen, getrennte Badezimmer. Alles, um das Infektionsrisiko für Preuß auf null zu reduzieren.
Der Grund dafür ist banal und gleichzeitig brutal: Ein einziger Schnupfen kann im Biathlon eine ganze Saison zerstören. Preuß weiß das aus schmerzhafter Erfahrung. Verletzungen und Krankheiten haben ihre Karriere immer wieder unterbrochen — 2024 musste sie sogar an der Stirnhöhle operiert werden, nachdem ein chronischer Entzündungsherd entdeckt worden war, der ihre Anfälligkeit für Infektionen dauerhaft erhöhte. Seitdem ist die Prävention für sie keine Frage der Bequemlichkeit, sondern der Existenz als Sportlerin.
Dass Schempp dabei nicht nur mitspielt, sondern das System aktiv mitgestaltet und miterklärt, ist der entscheidende Unterschied zu einer erzwungenen Distanz. “Für Franzi ist während der Wettkampfzeit ein Ausfall die Höchststrafe. Deswegen schauen wir, dass wir jegliches Risiko vermeiden”, sagte Schempp — und das Wort “wir” ist dabei nicht zufällig gewählt. Es ist kein Opfer. Es ist ein Projekt.
Wer sind diese zwei Menschen eigentlich?
Franziska Preuß, geboren am 11. März 1994 in Wasserburg am Inn, wäre beinahe Leichtathletin geblieben. Erst mit 15 Jahren bekam sie von ihren Eltern einen Gutschein für einen Biathlon-Schnupperkurs — und der frühere Nationalcoach Fritz Fischer erkannte sofort das Talent. Was folgte, war eine Karriere voller Höhen und Tiefen: Weltcupsiege, Weltmeisterschaftsmedaillen, aber auch immer wieder Rückschläge durch Krankheit. Preuß gehört seit Jahren zu den besten Biathletinnen der Welt — und dennoch musste sie bis zur Saison 2024/25 warten, ehe ihr erstmals der Gesamtweltcup gelang. Dieser Triumph machte sie zur sechsten Deutschen in der Geschichte, die diese Trophäe gewann — nach Martina Glagow, Kati Wilhelm, Andrea Henkel, Magdalena Neuner und Laura Dahlmeier.
Simon Schempp ist ein anderes Kapitel. Der 1989 geborene Schwabe zählt zu den erfolgreichsten deutschen Biathleten seiner Generation: zwölf Weltcupsiege, zweimal Olympia-Silber, viermal Weltmeister. Dann, 2018, ein Radsturz, der seine Kräfte dauerhaft dezimierte. Im Januar 2021 beendete er mit 32 Jahren seine aktive Karriere. Seitdem hat er sich neu erfunden: Er absolvierte ein duales Studium beim Deutschen Ski-Verband und ist seit April 2025 dort im Finanzmanagement tätig. Aus dem Profi wurde ein Funktionär — aber einer, der die Welt seiner Partnerin von innen heraus kennt wie kaum ein zweiter.
Seit etwa 2015/2016 sind die beiden ein Paar. Fast zehn Jahre, in denen sich die Dynamik ihrer Beziehung fundamental verändert hat: vom Paar zweier aktiver Profis zum asymmetrischen Modell, in dem einer kämpft und der andere unterstützt.
Warum das Netz eine Trennung erfindet
Die Suchanfrage “Franziska Preuß Simon Schempp getrennt” ist kein Einzelphänomen. Sie ist das Symptom einer Informationslücke, die das Internet mit Spekulation füllt. Das Paar teilt kaum gemeinsame Fotos auf Social Media. Preuß postet vereinzelt Schnappschüsse aus gemeinsamen Urlauben — etwa aus Thailand, wohin die beiden nach der erfolgreichen Saison 2024/25 reisten — aber keine inszenierten Paarauftritte, keine Liebesbekundungen für die Galerie. In einer Zeit, in der Paare ihre Beziehungen oft wie Produkte vermarkten, fällt diese Zurückhaltung auf.
Hinzu kommt das strukturelle Missverständnis: Schlagzeilen über “räumliche Trennung” oder “getrennte Schlafzimmer” werden im Netz ohne Kontext aufgegriffen, kommentiert und geteilt. Was als Erklärung einer Leistungsstrategie gemeint ist, verwandelt sich im Stille-Post-Prinzip des Internets in einen Trennungshinweis. Einige Webseiten setzen diesen Mechanismus bewusst ein — der Begriff “Franziska Preuß Simon Schempp getrennt” erzeugt Klicks, weil er emotionale Neugier triggert. Ob die Schlagzeile der Realität entspricht, ist dabei zweitrangig.
Die Realität sieht anders aus: Weder Preuß noch Schempp haben jemals eine Trennung bestätigt oder auch nur angedeutet. Im Gegenteil — die öffentlichen Aussagen beider zeigen eine Beziehung, die bewusst auf Gegenseitigkeit aufgebaut ist und in der Schempps sportliche Vergangenheit eine tragende Rolle spielt.
Der unterschätzte Faktor: der Ex-Profi als Coach und Anker
Was in keinem der Berichte über dieses Paar wirklich gewürdigt wird, ist die funktionale Dimension von Schempps Rolle. Preuß hat selbst beschrieben, dass er ihr “erster Ansprechpartner” sei, wenn sie sich unsicher fühlt — und dass sie seine Einschätzung manchmal der eines Trainers vorziehe: “Simon kennt mich über die Jahre wie kein Trainer. Der weiß auch, wie ich menschlich ticke. Und da gehört viel mehr dazu als die trockene Theorie von einem Trainer teilweise.”
Das ist keine Koketterie. Das ist eine professionelle Aussage über eine Beziehungsebene, die es so nur zwischen zwei Menschen geben kann, die denselben Sport auf höchstem Niveau betrieben haben. Schempp weiß, wie sich ein Schießstand anfühlt, wenn die Lungenanspannung die Hand zittern lässt. Er weiß, was es bedeutet, nach einem vermasselten Liegendanschlag weiterzulaufen. Und er weiß, wann Preuß Analyse braucht — und wann sie einfach nur jemanden braucht, der versteht, ohne zu fragen.
Genau in jenem Moment in Oslo, als Preuß nach dem Massenstart-Sieg auf ihn zulief und “no chance” hatte, die Fassung zu bewahren, zeigte sich, was diese Beziehung im Kern ausmacht: Er ist nicht nur Partner, er ist Zeuge. Jemand, der die gesamte Reise gekannt hat — alle Täler, alle Rückschläge, alle Saisons, in denen der Gesamtweltcup zum Greifen nah schien und dann doch entglitt.
Was jetzt gilt — und wie es weitergeht
Franziska Preuß hat angekündigt, nach der Olympiasaison 2025/26 in Antholz ihre Karriere zu beenden. “Nach dieser Saison ist definitiv Schluss”, sagte sie Ende Januar 2026 in einer Medienrunde. Was das für die Beziehung bedeutet, ist offen — aber leicht zu vermuten. Mit dem Ende der aktiven Karriere entfällt das Kloster-Modell. Die getrennte Betten-Logistik, die jahrelang ihren Alltag strukturiert hat, wird sich auflösen. Das Paar, das sich eine Strategie aus der Distanz gebaut hat, wird sich neu kalibrieren müssen — dieses Mal ohne Wettkampfkalender als Taktgeber.
Dass Schempp seinen Lebensweg mit dem DSV-Finanzmanagement bereits geebnet hat, deutet darauf hin, dass beide die Zukunft planen — gemeinsam und in Ruhpolding, wo sie ihr gemeinsames Zuhause haben. Von einer Trennung ist keine Spur. Stattdessen: das Ende einer Ära, die beide als Team durchgestanden haben.
Häufig gestellte Fragen
Sind Franziska Preuß und Simon Schempp getrennt? Nein. Es gibt keine offizielle Bestätigung einer Trennung. Beide sind weiterhin ein Paar und haben sich zuletzt öffentlich als solches gezeigt — unter anderem nach dem Gesamtweltcupsieg von Preuß in Oslo im März 2025, wo sie sichtbar bewegt in Schempps Armen lag.
Warum schlafen Franziska Preuß und Simon Schempp getrennt? Die räumliche Trennung während der Wettkampfsaison ist eine bewusste Schutzmaßnahme gegen Infektionen. Da Preuß aufgrund einer Stirnhöhlenoperation 2024 besonders infektionsanfällig ist, vermeidet das Paar in der Saison engen körperlichen Kontakt. Das hat nichts mit einer emotionalen Trennung zu tun.
Seit wann sind Franziska Preuß und Simon Schempp zusammen? Die beiden sind seit etwa 2015/2016 ein Paar — also seit fast zehn Jahren. Sie lernten sich über den gemeinsamen Biathlonsport kennen und leben heute zusammen in Ruhpolding.
Was macht Simon Schempp heute? Simon Schempp beendete seine aktive Biathlon-Karriere im Januar 2021. Nach einem dualen Studium beim Deutschen Ski-Verband ist er seit April 2025 dort im Finanzmanagement tätig. Als ehemaliger Profisportler mit zwölf Weltcupsiegen und zweimal Olympia-Silber kennt er die Welt seiner Partnerin aus erster Hand.
Wann beendet Franziska Preuß ihre Karriere? Preuß hat angekündigt, ihre aktive Karriere nach der Olympiasaison 2025/26 in Antholz zu beenden. “Nach dieser Saison ist definitiv Schluss”, sagte sie Ende Januar 2026.
Fazit
Die Suche nach “Franziska Preuß Simon Schempp getrennt” führt ins Leere — weil die Trennung, die es gibt, eine andere ist als die gemeinte. Das Paar hat aus der erzwungenen Distanz des Hochleistungssports ein funktionierendes Modell gemacht: klar, konsequent, gemeinsam. Schempps Rolle geht weit über die eines Lebenspartners hinaus — er ist Ratgeber, Zeuge und derjenige, bei dem Preuß nach dem größten Triumph ihrer Karriere in Tränen ausbrach. Das Take-away: Wer eine Trennungsgeschichte sucht, findet hier keine. Wer verstehen will, wie eine Beziehung unter extremem Druck funktioniert, findet hier eine der ehrlichsten Antworten im deutschen Spitzensport.
Aktuelle Blogbeiträge: Carolin Musiala





