Carlo Masala: Politikwissenschaftler, Sicherheitsexperte und gefragter Medienstimme
- July 31, 2026
- by
- Karl Hoffmann
Kaum ein deutscher Politikwissenschaftler ist in den vergangenen Jahren so präsent in Talkshows, Podcasts und Zeitungsanalysen gewesen wie Carlo Masala. Als Professor für Internationale Politik und Sicherheitspolitik hat er sich einen Ruf als einer der profiliertesten Sicherheits- und Militärexperten Deutschlands erarbeitet. Spätestens seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine im Februar 2022 zählt er zu den gefragtesten Gesprächspartnern, wenn es um Fragen internationaler Konflikte, Verteidigungspolitik und geopolitischer Machtverschiebungen geht.
Herkunft und Kindheit
Carlo-Antonio Masala wurde am 27. März 1968 in Köln geboren. Seine Mutter stammte aus Österreich und arbeitete als Verkäuferin, während sein Vater, ein Italiener, als sogenannter Gastarbeiter nach Deutschland gekommen war. Der Vater sprach gut Deutsch, arbeitete zunächst im Bergbau in Dortmund und später in einer Fabrik in Köln. Die Eltern hatten sich in Deutschland kennengelernt. Masala wuchs größtenteils im Kölner Stadtteil Chorweiler auf, verbrachte als Kind jedoch auch einige Jahre auf Sardinien. Diese doppelte kulturelle Prägung – zwischen deutscher, österreichischer und italienischer beziehungsweise sardischer Herkunft – zieht sich bis heute durch seine Biografie. Masala spricht neben Deutsch auch Italienisch und verfügt zudem über Kenntnisse der sardischen Sprache. Mit 28 Jahren erwarb er die deutsche Staatsangehörigkeit, musste dafür jedoch die italienische Staatsbürgerschaft aufgeben, da eine doppelte Staatsangehörigkeit zu jener Zeit in Deutschland noch nicht möglich war.
Studium und akademischer Werdegang
Von 1988 bis 1992 studierte Carlo Masala Politikwissenschaft sowie Deutsche und Romanische Philologie an der Universität zu Köln und an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1996 wurde er mit einer Dissertation über die deutsch-italienischen Beziehungen im Zeitraum von 1963 bis 1969 promoviert. Im Anschluss folgte seine Habilitation, die sich mit der sogenannten Südbedrohung der europäischen Sicherheit befasste. Im Dezember 2002 wurde ihm die venia legendi, also die Lehrbefugnis, für das Fach Politische Wissenschaften verliehen.
Bereits 1998 wurde er am Kölner Institut für Politische Wissenschaft und Europäische Fragen zum Akademischen Rat auf Lebenszeit ernannt. Nach einer Professurvertretung im Sommersemester 2003 am Geschwister-Scholl-Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München wechselte er Anfang 2004 an das NATO Defense College in Rom. Dort war er zwischen 2004 und 2007 als Research Advisor und stellvertretender Direktor tätig und sammelte wichtige internationale Erfahrungen im Bereich der Sicherheitspolitik.
Professur an der Universität der Bundeswehr München
Seit 2007 ist Carlo Masala Professor für Internationale Politik an der Fakultät für Staats- und Sozialwissenschaften der Universität der Bundeswehr München. Von 2011 an übernahm er zusätzlich das Amt des Dekans dieser Fakultät. Inzwischen liegt sein Lehrstuhlschwerpunkt im Bereich Sicherheits- und Verteidigungspolitik. An der Universität der Bundeswehr München leitet er zudem das Metis-Institut für Strategie und Vorausschau sowie das Center for Intelligence and Security Studies. Darüber hinaus verantwortet er den Masterstudiengang Intelligence and Security Studies und leitet das Kompetenzzentrum Krisenfrüherkennung.
Neben seiner Tätigkeit in München ist Masala auch als Dozent an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie an der Munich School of Political Science aktiv, wo er zudem Senatsmitglied ist.
Publikationen und wissenschaftliches Wirken
Carlo Masala ist Mitherausgeber mehrerer renommierter Fachzeitschriften, darunter die Zeitschrift für Politik, die Zeitschrift für Internationale Beziehungen sowie die Zeitschrift für Strategische Analysen. Zudem ist er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat der Bundesakademie für Sicherheitspolitik. Als ständiger Sachverständiger wirkte er außerdem in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags zum Afghanistaneinsatz mit und brachte dort seine Expertise in die politische Aufarbeitung des Einsatzes ein.
Einem breiteren Publikum wurde Masala vor allem durch seine Bücher bekannt. Besonders großen Anklang fand sein Werk „Weltunordnung. Die globalen Krisen und die Illusion des Westens”, das im C. H. Beck Verlag erschienen ist und mittlerweile in mehreren Auflagen vorliegt. Auch mit dem Titel „Bedingt abwehrbereit” hat er sich intensiv mit Fragen der deutschen und europäischen Verteidigungsfähigkeit auseinandergesetzt und dabei sicherheitspolitische Defizite offen benannt.
Mediale Präsenz und Podcast-Tätigkeit
Seit 2018 ist Carlo Masala Co-Host des Podcasts „Sicherheitshalber”, in dem sicherheits- und verteidigungspolitische Themen einem breiten Publikum verständlich aufbereitet werden. Der Podcast hat sich über die Jahre zu einem festen Bestandteil der deutschen Debatte über internationale Sicherheitsfragen entwickelt.
Bereits vor Beginn des Ukraine-Krieges war Masala aufgrund seines Fachwissens zu bewaffneten Konflikten ein gerngesehener Gast in deutschen Talkshows, etwa bei Markus Lanz oder Maybrit Illner. Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 rückte er jedoch noch stärker ins mediale Rampenlicht und zählt seither zu den meistgefragten Einordnern militärischer und geopolitischer Entwicklungen in deutschen Medien. Auch als Keynote-Speaker ist er gefragt: In Vorträgen zu Themen wie globalen Krisen, der Bedeutung der BRICS-Staaten oder den wirtschaftlichen Folgen geopolitischer Umbrüche ordnet er komplexe weltpolitische Zusammenhänge für Unternehmen und Institutionen ein.
Privatleben
Im Gegensatz zu seiner ausgeprägten öffentlichen Präsenz als Wissenschaftler und Medienexperte hält sich Carlo Masala mit Informationen zu seinem Privatleben sehr zurück. Bekannt ist, dass er verheiratet ist, der Name seiner Frau sowie Angaben zu möglichen Kindern sind jedoch nicht öffentlich bekannt. Diese bewusste Zurückhaltung wird häufig als Ausdruck seines Wunsches gedeutet, berufliche Öffentlichkeit und privates Leben klar voneinander zu trennen.
Bedeutung und Einordnung
Carlo Masala gilt heute als einer der einflussreichsten sicherheitspolitischen Stimmen Deutschlands. Seine akademische Laufbahn, die ihn von Köln über Rom bis nach München führte, verbindet er mit einer seltenen Fähigkeit, komplexe geopolitische Zusammenhänge auch einem breiten, nicht-akademischen Publikum verständlich zu vermitteln. Seine internationale Erfahrung, etwa durch seine Tätigkeit am NATO Defense College, sowie seine Rolle als Berater des Deutschen Bundestags verleihen seinen Einschätzungen zusätzliches Gewicht.
Gerade in einer Zeit, in der sicherheitspolitische Fragen durch den Krieg in der Ukraine, wachsende geopolitische Spannungen und Debatten über die deutsche Verteidigungsfähigkeit wieder verstärkt in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt sind, kommt Wissenschaftlern wie Carlo Masala eine wichtige Rolle als Vermittler zwischen Forschung, Politik und Öffentlichkeit zu.
Fazit
Carlo Masala verkörpert den Typus des Wissenschaftlers, der akademische Tiefe mit öffentlicher Vermittlungskompetenz verbindet. Von seinen Anfängen an der Universität zu Köln über seine internationale Stationen bis hin zu seiner heutigen Professur an der Universität der Bundeswehr München hat er sich kontinuierlich als Experte für internationale Sicherheitsfragen etabliert. Mit Büchern wie „Weltunordnung”, seinem Podcast „Sicherheitshalber” und seiner regelmäßigen Präsenz in deutschen Medien trägt er maßgeblich dazu bei, komplexe weltpolitische Entwicklungen einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
Aktuelle Blogbeiträge: Andreas Hanitsch, Simone Dahlmann-Ludwig, Christian Hümbs Lebensgefährte





