Andreas Kieling geschieden: Wenn Wildnis zur Heimat wird – und die Familie zur Fremde
- April 20, 2026
- by
- Karl Hoffmann
Er hat mit Bären getaucht, den Yukon in einem Kanu bezwungen und war mit 16 Jahren bereit, für seine Freiheit durch die Donau zu schwimmen — mit einem Steckschuss im Rücken. Dass Andreas Kieling auch in seiner Ehe irgendwann an eine Grenze stoßen würde, die er nicht einfach durchschwimmen kann, überrascht vielleicht weniger, als es auf den ersten Blick scheint. Die Scheidung von seiner langjährigen Frau Birgit ist in den letzten Jahren immer wieder Gesprächsthema geworden — und sie wirft eine Frage auf, die kein Boulevardartikel bisher ernsthaft gestellt hat.
Ein Mann, der nie ankam — und trotzdem eine Familie gründete
Wer verstehen will, warum Andreas Kieling geschieden ist, muss nicht bei der Ehe beginnen. Man muss bei seiner Flucht aus der DDR beginnen. 1976, mit 16 Jahren, schwimmt der Junge aus Gotha durch die Donau. Ein Grenzer schießt. Kieling trägt bis heute den Steckschuss im Rücken — ein Souvenir aus dem Moment, in dem er sich entschied: Freiheit wiegt mehr als Sicherheit.
Was folgte, liest sich wie eine Biografie, die auf Sesshaftigkeit schlicht nicht ausgelegt war. Seemann auf Handelsschiffen. Jäger in norddeutschen Forstämtern. Forstberater in China, Indien, Pakistan. Grönland zu Fuß durchquert. Den Himalaya per Mountainbike. Und ab 1991 dann das, womit er berühmt wurde: Tierfilmer in den entlegensten Winkeln der Erde, oft monatelang verschollen in Alaska, in der kasachischen Steppe, in den Wäldern Ostafrikas.
Irgendwo in dieser Biografie gründete er eine Familie. Mit Birgit Kieling, die in den wenigen Berichten, die über sie existieren, als Ruhepol beschrieben wird, als jemand, der das Leben in Deutschland zusammenhielt, während ihr Mann in der Wildnis verschwand. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor, Erik und Thore — beide arbeiten heute selbst mit Kamera und Foto, als hätten sie das Erbe ihres Vaters angetreten, nur mit festem Boden unter den Füßen.
Was die Ehe zusammenhielt — und was sie schließlich sprengte
Die langen Abwesenheiten werden in fast allen Berichten zur Scheidung als Hauptgrund genannt. Das stimmt wohl — aber es greift zu kurz. Wer jahrelang mit Grizzlybären lebt, die ihn jedes Frühjahr an Geruch und Stimme erkennen, wer den Yukon von der Quelle bis zur Mündung paddelt und dabei drei Monate lang kaum Menschenkontakt hat: Der trainiert eine Form von Einsamkeit, die irgendwann zur zweiten Natur wird. Es ist nicht so, dass Kieling keine Bindungen eingehen kann — es ist, dass seine tiefsten Bindungen nie zu Menschen waren.
Das klingt hart, aber Kieling selbst hat in Interviews immer wieder Formulierungen gewählt, die in diese Richtung weisen. Die Natur, sagt er, gibt ihm Energie. Die Wildnis füllt ihn auf. Was das über das Zuhause aussagt, hat er nie explizit beantwortet — aber die Biografie spricht eine deutliche Sprache.
Birgit Kieling übernahm, wie das bei Paaren in solchen Konstellationen häufig geschieht, faktisch die Alleinverantwortung für den Familienalltag. Zwei Söhne großziehen, während der Vater in Alaska filmt — das ist keine Frage mangelnder Liebe, aber es ist eine Frage struktureller Ungleichheit. Irgendwann, so berichten mehrere Quellen übereinstimmend, wurde aus der Distanz eine Entfremdung. Genaue Daten zur Trennung wurden von beiden Seiten nie kommuniziert; öffentlich bestätigt ist lediglich, dass die Ehe nicht mehr besteht.
Nach der Trennung: Eine neue Beziehung, ein Skandal, ein Neustart
Nach der Scheidung von Birgit Kieling führte Andreas Kieling — laut verschiedenen Medienberichten — eine Beziehung mit einer Pferdetrainerin. Auch hier: Details sind rar, offizielle Bestätigungen fehlen. Was sich sagen lässt: Sein Privatleben bleibt, trotz der öffentlichen Neugier, weitgehend privat.
Erheblich lauter war dagegen ein anderes Kapitel, das 2023 aufschlug. Andreas Kieling sollte in der dritten Staffel des YouTube-Formats „7 vs. Wild” gemeinsam mit Extremsportler Joey Kelly antreten — eine Survival-Show, die für den 63-jährigen Tierfilmer eigentlich ein Heimspiel hätte sein sollen. Es kam anders. Noch vor Drehbeginn wurde Kieling aus der Produktion ausgeschlossen, nachdem die Mitstreiterin Ann-Kathrin Bendixen angab, sich bei einem gemeinsamen Tanz bedrängt gefühlt zu haben. Showmacher Fritz Meinecke schilderte den Vorfall öffentlich in expliziten Worten; Kielings Anwalt bestritt die Darstellung und sprach von einem einvernehmlichen Tanz. Bendixen selbst erklärte später auf Instagram, die Entschuldigung angenommen zu haben — und bat darum, das Thema nicht weiter aufzubauschen.
Der Vorfall hinterließ trotzdem Spuren. Joey Kelly, der eigentlich Kielings Partner gewesen wäre, bestätigte in einem später veröffentlichten Statement, die Vorwürfe für zutreffend zu halten. Das öffentliche Bild von Kieling, dem respektvollen Naturschützer mit dem leisen Ton, bekam Risse.
Was der 7-vs.-Wild-Skandal mit der Scheidung zu tun hat
Es wäre billig, den „7 vs. Wild”-Vorfall einfach neben die Scheidung zu stellen und eine direkte Linie zu ziehen. Das wäre journalistisch unredlich. Aber es gibt einen Zusammenhang, der sich beschreiben lässt: Kieling ist ein Mensch, der jahrzehntelang in Kontexten operiert hat, in denen andere Regeln galten. Wer allein in der Wildnis unterwegs ist, wer in Männerwelten — Jagd, Seefahrt, Expeditionsbetrieb — sozialisiert wurde, der trägt manchmal Verhaltensmuster mit sich, die in veränderten gesellschaftlichen Kontexten problematisch werden. Das ist keine Entschuldigung. Es ist eine Einordnung.
Die Scheidung, die Beziehung mit der Pferdetrainerin, der Ausschluss aus der Sendung — all das lässt sich als Mosaik lesen, das ein konsistentes Bild ergibt: Ein außergewöhnlicher Mann, der außergewöhnliche Dinge geleistet hat, der aber mit den sozialen Anforderungen des Alltags — der Kontinuität, der Kompromissbereitschaft, der Rücksichtnahme — immer wieder in Konflikt geraten ist.
Der Hof in der Eifel: Angekommen oder nur pausiert?
Heute lebt Andreas Kieling auf einem Bauernhof in Hümmel in der Eifel. Zwischen grünen Hügeln, nah genug an der Natur, weit genug von der Großstadt. Er hält Tiere, pflegt den Hof, dreht weiter für das ZDF — seine Reihe „Kielings wilde Welt” läuft seit 2014 und zählt mittlerweile über 17 Folgen in sechs Staffeln.
Seine beiden Söhne, so heißt es, sind Teil seines Lebens geblieben. Einer arbeitet als Fotograf, der andere im Medienbereich — beide haben die Kameraaffinität des Vaters geerbt, aber offenbar nicht seinen Drang ins Extreme. Das mag kein Zufall sein.
Ob Kieling „angekommen” ist — im tiefsten Sinne des Wortes — bleibt offen. Er selbst gibt darüber keine Auskunft. Was er gibt, sind Bilder: von Grizzlys in Alaska, von Elchen im Morgengrauen, von einem Mann, der die Wildnis versteht wie kaum ein anderer. Was hinter diesen Bildern liegt, ahnt man. Mehr als ahnen lässt es sich nicht.
FAQ: Die wichtigsten Fragen zu Andreas Kieling und seiner Scheidung
Warum ist Andreas Kieling geschieden? Die genauen Gründe wurden von keiner der beteiligten Parteien öffentlich kommuniziert. Als wahrscheinlichste Ursache gilt die extreme berufliche Belastung durch Kielings monatelange Abwesenheiten in Wildnisgebieten weltweit, die das Familienleben dauerhaft unter Druck gesetzt haben.
Von wem hat sich Andreas Kieling getrennt? Kieling war mit Birgit Kieling verheiratet, mit der er zwei Söhne, Erik und Thore, hat. Wann genau die Trennung vollzogen wurde, ist öffentlich nicht bekannt. Nach der Scheidung soll er eine Beziehung mit einer Pferdetrainerin geführt haben.
Hat Andreas Kieling wieder geheiratet? Nein. Eine erneute Ehe ist öffentlich nicht dokumentiert. Über seinen aktuellen Beziehungsstatus gibt es keine verlässlichen Informationen.
Was hat der „7 vs. Wild”-Ausschluss mit seinem Privatleben zu tun? Der Ausschluss aus der Survival-Show im Jahr 2023 wegen Vorwürfen gegenüber einer Mitstreiterin ist ein eigenständiges Ereignis, steht aber exemplarisch für die Schwierigkeiten, die Kieling im sozialen Umgang mit anderen — insbesondere in gemischten, jüngeren Kontexten — offenbar hatte.
Wo lebt Andreas Kieling heute? Er lebt auf einem Bauernhof in Hümmel in der Eifel, wo er Tiere hält und von wo aus er weiterhin für Filmprojekte auf Expedition geht.
Fazit
Andreas Kieling ist einer der bedeutendsten deutschen Tierfilmer — und ein Mensch, dessen Biografie man nicht einfach in PR-Formulierungen pressen kann. Seine Scheidung ist nicht die Geschichte eines gescheiterten Mannes. Sie ist die Geschichte eines Mannes, dessen stärkste Fähigkeit — grenzenlos frei zu sein — gleichzeitig seine größte Einschränkung im Privaten war. Das Paradox, das ihn ausmacht, ist dasselbe, das ihn zerrissen hat: Wer immer aufbrechen muss, kann nie wirklich bleiben.
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