Stay Connected

Gedacht Geschrieben Geteilt Täglich
Horst Jüssen: „Klimbim“-Star, Ehefrau Lena Valaitis und sein Kampf gegen den Krebs

Horst Jüssen: „Klimbim“-Star, Ehefrau Lena Valaitis und sein Kampf gegen den Krebs

Horst Jüssen wurde als Adolar von Scheußlich in der Kultserie „Klimbim“ einem Millionenpublikum bekannt. Der Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Autor prägte die deutsche Fernsehunterhaltung der 1970er-Jahre und blieb der Bühne auch später verbunden.

Privat war vor allem seine Beziehung zu Lena Valaitis prägend. Die beiden lernten sich während der „Klimbim“-Zeit kennen, heirateten 1979 und blieben bis zu Jüssens Tod im November 2008 zusammen. Seine letzten Lebensmonate waren von einer schweren Krebserkrankung geprägt.

Inhaltsverzeichnis

  • „Klimbim“ machte Horst Jüssen bekannt
  • Vom Bankkaufmann zum Schauspieler
  • Lena Valaitis und Horst Jüssen: Kennenlernen und Ehe
  • Kinder und Familienleben
  • Die Krebserkrankung und sein letzter Kampf
  • Sein selbst geplanter Abschied
  • Was von Horst Jüssen bleibt

„Klimbim“ machte Horst Jüssen bekannt

Der Name Horst Jüssen ist bis heute eng mit „Klimbim“ verbunden. In der erfolgreichen Comedyserie spielte er Adolar von Scheußlich, den überforderten Familienvater beziehungsweise Ehemann der ungewöhnlichen „Klimbim“-Familie.

Die Serie startete 1973 und wurde zu einem großen Erfolg. Jüssen gehörte gemeinsam mit Ingrid Steeger, Elisabeth Volkmann, Wichart von Roëll und später Peer Augustinski zum bekannten Ensemble.

Die Sendung war für die damalige Fernsehlandschaft ungewöhnlich. Sie setzte auf überzeichnete Figuren, schwarzen Humor und bewusst provokante Unterhaltung.

Auch Jahrzehnte später kehrte Jüssen zu seiner bekanntesten Rolle zurück. 2004 entstand das Theaterstück „Die Klimbim-Familie lebt“, mit dem mehrere Mitglieder des ursprünglichen Ensembles auf Tournee gingen.

FaktAngabe
NameHorst Jüssen
Geboren10. Januar 1941
GeburtsortRecklinghausen
Bekannt durch„Klimbim“
RolleAdolar von Scheußlich
Gestorben10. November 2008
Alter67 Jahre

Vom Bankkaufmann zum Schauspieler

Sein Weg auf die Bühne war zunächst keineswegs selbstverständlich. Jüssen wurde am 10. Januar 1941 in Recklinghausen geboren und wuchs in Husum auf.

Nach dem Wirtschaftsabitur absolvierte er zunächst eine Banklehre. Anschließend entschied er sich jedoch für die Schauspielerei und fand in den 1960er-Jahren den Weg zum Theater. Die Deutsche Biographie führt ihn als Schauspieler und Bühnenkünstler.

Jüssen arbeitete später unter anderem als Kabarettist und gehörte zur Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Seine Karriere beschränkte sich deshalb nie ausschließlich auf das Fernsehen.

Er war außerdem als Regisseur und Autor tätig. Damit hatte er auch hinter den Kulissen Einfluss auf Produktionen.

Seine Arbeit an „Klimbim“ brachte ihm schließlich eine besonders große Bekanntheit. Für Jüssen war die Comedyserie allerdings nur ein Teil einer wesentlich längeren künstlerischen Laufbahn.

Wer sich für deutsche TV-Unterhaltung und bekannte Gesichter aus verschiedenen Generationen interessiert, findet auf Taglich Gedacht auch weitere Geschichten über Axel Bulthaupts Privatleben.

Lena Valaitis und Horst Jüssen: Kennenlernen und Ehe

Die Liebesgeschichte von Horst Jüssen und Lena Valaitis begann während der „Klimbim“-Zeit. Valaitis war als Sängerin zu Gast in der Serie.

Nach einem Bericht der „tz“ kamen sich die beiden zunächst weder während der Dreharbeiten noch bei der anschließenden Feier näher. Erst auf dem Rückflug von Köln nach München kamen sie miteinander ins Gespräch.

Jüssen soll Valaitis anschließend mit einem ungewöhnlichen Satz verabschiedet haben:

„WENN SIE SICH MAL SCHEIDEN LASSEN – SIE HEIRATE ICH!“

Die „tz“ berichtete, dass aus dieser Begegnung schließlich tatsächlich eine Beziehung wurde. Zweieinhalb Monate später zogen die beiden zusammen.

1979 heirateten Horst Jüssen und Lena Valaitis. Ihre Ehe dauerte bis zu Jüssens Tod im Jahr 2008 – fast drei Jahrzehnte.

BeziehungZeitraum / Information
Horst Jüssen & Lena ValaitisKennengelernt in der „Klimbim“-Zeit
Hochzeit1979
EheBis zu Jüssens Tod 2008
Gemeinsamer SohnDon-David Jüssen
Sohn aus Valaitis’ erster EheMarco

Die Verbindung zwischen Jüssen und Valaitis war nicht nur privat. Der Schauspieler arbeitete auch mit seiner Frau zusammen und schrieb unter anderem Texte für sie.

Ähnlich eng mit der deutschen Unterhaltungsgeschichte verbunden sind die Kessler-Zwillinge und ihr Privatleben, die ebenfalls über Jahrzehnte zum deutschen Showgeschäft gehörten.

Kinder und Familienleben

Zur Familie gehörten zwei Söhne. Marco stammt aus Lena Valaitis‘ erster Ehe, während Don 1983 als gemeinsamer Sohn von Lena Valaitis und Horst Jüssen geboren wurde. Diese Angaben werden unter anderem von der „tz“ in ihrer Berichterstattung über Jüssens Familie genannt.

Jüssen sprach in seinen letzten Lebensjahren immer wieder über die Bedeutung seiner Familie. Die beiden Söhne seien für ihn ein wichtiger Bezugspunkt gewesen.

Seine Ehefrau Lena Valaitis blieb auch während seiner schweren Erkrankung an seiner Seite. Nach ihrem späteren Bericht waren sie und die Söhne bis zu seinem Tod bei ihm.

Das Familienleben blieb dabei weitgehend außerhalb der großen Öffentlichkeit. Jüssen war zwar ein bekannter Fernsehstar, doch sein Privatleben stand deutlich weniger im Mittelpunkt als seine Arbeit.

Die Krebserkrankung und sein letzter Kampf

Ende 2007 wurde bei Horst Jüssen Lungenkrebs diagnostiziert. Trotz der schweren Diagnose wollte er weiterhin arbeiten.

Die „tz“ berichtete, dass Jüssen mehrere Chemotherapien durchstand. Zeitweise glaubte er sogar, die Behandlung habe den Tumor zurückgedrängt.

Seinen eigenen Zustand beschrieb er damals mit einem Vergleich aus dem Boxsport:

„ICH VERGLEICHE MEINEN KAMPF GEGEN DEN KREBS MIT EINEM BOXKAMPF ÜBER ZWÖLF RUNDEN.“

Jüssen versuchte offenbar, auch mit Humor mit der Situation umzugehen. Nach Angaben der „tz“ machte er sich beispielsweise über seine nach der Chemotherapie ausgefallenen Haare selbst lustig.

Noch im April 2008 sprach er über geplante berufliche Einsätze. Gegenüber der „tz“ erklärte er, dass er im Herbst wieder mit dem Chiemgauer Volkstheater arbeiten wolle.

Doch dazu kam es nicht mehr.

Horst Jüssen starb am 10. November 2008 im Alter von 67 Jahren an den Folgen seiner Krebserkrankung. Seine Ehefrau und die beiden Söhne begleiteten ihn bis zuletzt.

Sein selbst geplanter Abschied

Besonders ungewöhnlich war die Art, wie Jüssen seinen eigenen Abschied vorbereitete. Er plante seine Trauerfeier und verfasste sogar einen persönlichen Nachruf.

Bei der Trauerfeier im Grünwalder Waldfriedhof wurde dieser Text öffentlich vorgetragen. Die „tz“ berichtete ausführlich über die Zeremonie.

„ICH HABE GELIEBT UND ICH BIN GELIEBT WORDEN.“

Dieser Satz wurde zu einem zentralen Bestandteil seines letzten Abschieds. Jüssen wollte damit offenbar nicht ausschließlich Trauer hinterlassen, sondern auch an die positiven Seiten seines Lebens erinnern.

In seinem Nachruf schrieb er außerdem, seine Angehörigen sollten sich an die gemeinsamen und fröhlichen Erlebnisse erinnern. Seine Familie bezeichnete er als einen besonders wichtigen Teil seines Lebens.

Die Trauerfeier sollte bewusst schlicht bleiben. Jüssen hatte sich eine kurze Zeremonie ohne Pfarrer, Weihrauch und Gebete gewünscht.

Am Ende wurde Frank Sinatras „My Way“ gespielt. Seine Ehefrau Lena Valaitis sowie die Söhne Marco und Don waren bei der Trauerfeier anwesend.

Was von Horst Jüssen bleibt

Horst Jüssen blieb vor allem als Adolar von Scheußlich aus „Klimbim“ im Gedächtnis. Die Serie gehörte zu den prägenden Comedyproduktionen des deutschen Fernsehens der 1970er-Jahre.

Seine Karriere war jedoch breiter. Jüssen arbeitete als Schauspieler, Kabarettist, Autor und Regisseur. Auch nach dem Ende der ursprünglichen „Klimbim“-Serie blieb er der Unterhaltung verbunden.

Mit „Die Klimbim-Familie lebt“ brachte er die bekannte Konstellation 2004 noch einmal auf die Bühne. Mehr als 30 Jahre nach dem Beginn der Fernsehserie standen mehrere ehemalige Ensemblemitglieder wieder gemeinsam vor Publikum.

Seine letzte Lebensphase war dagegen von der Krankheit geprägt. Trotzdem blieb Jüssen bis zuletzt mit seiner Arbeit, seiner Familie und seinem charakteristischen Humor verbunden.

Seine Ehe mit Lena Valaitis dauerte von 1979 bis zu seinem Tod 2008. Heute erinnert nicht nur die „Klimbim“-Figur an ihn, sondern auch die ungewöhnliche Art, mit der er seinen eigenen Abschied vorbereitete.

Karl Hoffmann

Karl Hoffmann ist Redakteur und Autor bei Taglichgedacht. Er schreibt über deutsche Prominente, Unterhaltung und Gesellschaft. Mit jahrelanger Erfahrung im Bereich Celebrity-Journalismus analysiert er die Geschichten hinter den Schlagzeilen — kritisch, fundiert und nah am Puls der Zeit.

×